Klassenmedium Fernsehen

15 June–17 July 1973

Exhibition
Publication

Location(s): NGBK, Hardenbergstraße 9

Project group Massenmedien

Knut Hickethier, Peter Jim Kruse, Erwin Reiss, Karin Reiss, Barbara Scholtyssek, Irene Tietze-Lusk, Ernst Volland

Aus dem Vorwort:
Seit einigen Jahren intensiviert sich in der Bundesrepublik und in Westberlin die öffentliche Auseinandersetzung um die Massenmedien, ihre Aufgabe und Funktion für die Gesellschaft. In zunehmenden Maße wird auch von Seiten der Zuschauer, der Leser und Hörer des massenmedialen Angebots, die Beeinflussung von Meinungen und Haltungen durch die Massenmedien erkannt. […] Wir halten die Analyse dieser Berichterstattung der Programmpresse deshalb für besonders relevant, weil durch eine andere, zur bisherigen bürgerlichen Programmpresse alternative Vor- und Nachbereitung des Fernsehprogramms eine andere Nutzung und Einschätzung des massenmedialen Angebots intendiert und erreicht werden kann.

Press commentary

Deutsche Volkszeitung “Profunde Medienkritik”, 19.7.1973 (N. St.)
“Einer so umfassend gestellten Aufgabe war man nicht ganz gewachsen. So blieb gerade der ästehtisceh Bereich des Mediums völlig ausgesprart und es scheiterte auch die Visualisierung der Arbeitsergebnisse in der Ausstellung. Doch kann diese Kritik nicht der Gruppe angelastet werden, bedenkt man die knappen finanziellen Mittel und die begrenzten Möglichkeiten der Mitglieder und Mitarbeiter der AG, die ihre Arbeit größtenteils unentgeltlich eingebracht haben. […] Im ganzen ist der ARbeitsgruppe zu danken, daß hier erstmals eine nicht nur ideologiekritische Beschäftigung mit dem Fernsehen, dem ‘Klassenmedium’ in die öffentliche Diskussion eingebracht wird.”

Der Abend “Klassenkampf”, 17.7.1973 (Peter Hans Göpfert)
“Die NGBK stellte mit ihrer ‘Dokumentation’ und ihrer Ausstellung sehr deutlich ihr eigenes Selbstverständnis aus. Für sie ist die freiheitlich-demokratische Grundordnung nur ein ‘juristisch nicht fixierter Kampfbegriff des Kapitals zur Erhaltung der herrschenden Prodkutionsverhältnisse’. Ein Kunstverein, der bei seiner Gründung ein hohes Maß an Sympahtie, gerade wegen seiner dfemokratischen Strauktur, beanspruchen onnte, zeigt hier mit agitatorischen Propagandistischen Mitten ein sehr undemokratisches Gesicht.”