significans

Beweisführungen am Körper, Vermessungen und Körperspuren in der künstlerischen Produktion. Eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Identifizierungs- und Überwachungstechniken im kulturellen und gesellschaftspolitischen Kontext.

3–23 December 2000
Opening: 2 December 2000

Exhibition
Archivinstallation
Veranstaltungen
Filmreihe
Zeitschrift (Ästhetik & Kommunikation, Heft 111, Dezember 2000)

Location(s):
NGBK, Oranienstraße 25
Arsenal, Potsdamer Straße 2

www.significans.de/home/index.html

Artists

significans

Project group

Carolina Kecskemethy, Barbara Meyer Marenbach, Winfried Pauleit, Hanna Sjöberg, Paul Stefanowske

Übernahme nach Bonner Frauenmuseum

Aus der Pressemitteilung:
‘significans’ beschäftigt sich mit den Arbeitszusammenhängen und Methoden der Erkennungsdienste. In den vergangenen Jahren expandierte der Einsatz von körpervermessenden und -analysierenden Untersuchungen zu nicht-kriminalistischen Zwecken. Der Einsatz körperbezogener Identitäts-Tests wird insbesondere für Asylbewerber/innen oder für Ausländer/innen ohne gültige Aufenthaltspapiere vorgenommen. Es geht oftmals nur darum, ein Land für die Abschiebung zu bestimmen. Wenn bspw. die Ausländerbehörde Zweifel an der Auskunft zur Identität einer Person anmeldet, können neben den üblichen geografischen Befragungen verschiedene Tests eingesetzt werden, welche die Befragten nicht willentlich lenken können. Die Test-Methoden rücken unter diesem Gesichtspunkt in die Nähe des umstrittenen Lügendetektors und unterwandern das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.
‘significans’ versteht sich als Archiv, Informations- und künstlerisches Interventionsbüro. Zentrum der Recherchen sind aktuelle Identifizierungstechniken, aber auch Video- Überwachungstechniken und Chipkartensysteme, deren Code-Sammlungen sich direkt und indirekt auf den menschlichen Körper beziehen.
‘significans’ organisiert eine Archiv-Installation, künstlerische Aktionen, Performances, Lesungen und Hearings im Kontext der Identifizierungs- und Überwachungstechniken. Videodokumente und eine Filmreihe im Kino Arsenal ergänzen das Ausstellungsprogramm der NGBK. Künstler/innen recherchieren gemeinsam mit betroffenen Ausländer/innen und ihren Organisationen und konfrontieren die verschiedenen Argumente und Interessen aus Kunst, Kultur und Politik.