Zwischenspiele

Junge Künstler und Künstlerinnen aus der Deutschen Demokratischen Republik

22 October–10 December 1989
Opening: 21 October 1989

Exhibition
Publication
Rahmenprogramm

Location(s): Kunstamt Kreuzberg/ Bethanien Mariannenplatz 2
Elefanten Press Galerie, Oranienstraße 25

Artists

Kurt Buchwald, Erna, Else Gabriel, Klaus Hähner-Springmühl, Volker Lewandowsky, Bert Neumann, Ornament & Verbrechen, Neo Rauch, Gundula Schulze, u.a.

Project group

Dario Quinones, Caroline Schönemann, Brigitte Sonnenschein, Beatrice Stammer, Christiane Zieseke

Eine Ausstellung des Verbandes Bildender Künstler der DDR in Zusammenarbeit mit der NGBK

Aus der Pressemitteilung:
Installationen und Objekte, gestische Malerei, lyrische Abstraktion, Performance und Aktionen, konzeptuelle Kunstansätze: Die junge Kunstszene in der DDR räumt auf mit unseren Vorstellungen von Kunst im Sozialismus.

Aus der Publikation:
Zwischenspiele zeigte erstmals außerhalb unserer Grenzen, in welcher Weise die junge Künstlergeneration das, was sie bewegt, nicht nur mittels Malerei und Grafik anderen mitzuteilen versucht, sondern auch mittels Installationen, Objekten, Aktionen und Fotografien. Wurden in den siebziger Jahren in der DDR solche Bemühungen der mittleren Künstlergeneration noch als künstlerische Randerscheinungen gering geschätzt, so ist der Ausstellungsalltag vor allem der kleinen Galerien seit Beginn der achtziger Jahre dadurch geprägt, daß dort die Kunst, die sich im Rahmen hält, wie jene, die aus dem Rahmen fällt, gleichermaßen Anspruch darauf erhebt, gesellschaftlich ernstgenommen zu werden.

Press commentary

Der Tagesspiegel, 22.10.1989 (Anke Sterneborg):
“’Zwischenspiele’ ist ein aufregendes Projekt, das in vieler Hinsicht um Wege erst ringen mußte, aber auch beweist, daß, wie fast überall im Leben, dort wo der Wille und das ernstgemeinte Interesse besteht, Wege auch unter schwierigeren Bedingungen möglich sind. Gerade über die Zusammenarbeit von Kunstämtern und Organisationen läßt sich viel erreichen.”

FAZ, 16.12.1989 (Ulf Erdmann Ziegler):
“’Zwischenspiele’ hieß eine offizielle Ausstellung junger DDR-Künstler in West-Berlin, deren Mitte auf den 9. November fiel. Aber so spannend wie das Zwischenspiel der Krenz-Kumpanen war dieses Zwischenspiel gewiss nicht. Hätte man mich mit verbundenen Augen ins Künstlerhaus Bethanien, Berlin-Kreuzberg, geführt und dort ohne jegliche Information schauen lassen, hätte ich geraten, es handele sich um die Ausstellung eines Künstlerverbands in Bielefeld oder Mannheim, in dem sich Kunstlehrer und Volkshochschulbildhauer zusammengetan haben: ein auf Dauerproduktion eingeschwenktes Mittelmaß fern jeder Brillanz, ohne Zweifel, ohne Zukunft. Merkwürdig: gerade jene Kunst, die vierzig Jahre lang getreten worden ist zu ‘gesellschaftlicher Relevanz’, erweist sich bei den eingesperrt Großgewordenen als drittklassiges Dekor ohne jegliche Sprengkraft.”