Lars Preisser: Zeit der letzten Brachen (Installation)

13. April–1. Juni 2019
Eröffnung: 12. April 2019

Ausstellung
Veranstaltungsreihe

Ort(e):
station urbaner kulturen, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin

Künstler_innen

Lars Preisser

Teilnehmer_innen

Ulrich Domröse, Nico Grunze, Wolfgang Kil, Marie Neumüllers, Florian Wüst

Arbeitsgruppe

Feben Amara, Jochen Becker, Fabian Bovens, Eva Hertzsch, Margarete Kiss, Constanze Musterer, Adam Page

Mitarbeit

Christian Hanussek

Lars Preisser filmte 2016/17 Brandmauern und brach liegende Grundstücke in Berlin. Sie haben eine besondere Bedeutung für ihn, als Kindheitserinnerung und signifikantes Merkmal der sich rasant ändernden Stadt. Er versteht sie als Denkmäler und sieht in ihnen ein Stück Wildnis abseits der geordneten Stadtflächen und Parks.

Die Leere der Brachfläche bietet eine Architektur, auf der keine Regeln zu herrschen scheinen und auf die jede_r Zutritt hat. Bis zu ihrer erneuten Bebauung scheint die Brache undefiniert und ohne eingeschriebene Funktion.

Die auf ausrangiertem 16mm-Filmmaterial gedrehten Sequenzen sind durch Lichteinfall bei bewusster Nutzung defekter Apparaturen zusätzlich angegriffen. Sie erinnern an Bilder des Krieges und der Nachkriegszeit, an Umbruch und Wende, an längst vergangene Zeiten einer ruinösen Stadt. Die beiden Teile Berlins sind sich in der Brache auffallend gleich. Vorbeifahrende Betonmischer erinnern an das Hier und Jetzt sowie die Vergänglichkeit poröser Schönheit.

Im letzten Herbst wurden sechs Filmstills von Lars Preisser vergrößert und als Sequenz in der U-Bahnstation Alexanderplatz ausgestellt (Wettbewerb: Kunst im Untergrund, nGbK). Nun bildet eine Installation seines filmischen Ausgangsmaterials den Auftakt für das Programm 2019 in Hellersdorf, das im Sommer auf der nahegelegenen großen Brachfläche stattfindet. Dort, wo einst Kitas und Schulen abgerissen wurden, wird dann im Grünen Cricket gespielt.

Termine:

Freitag, 12. April 2019, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung und Künstlergespräch

Samstag, 11. Mai 2019, 18 Uhr
kommentierter Filmabend »Die perforierte Stadt« (DE)
mit Lars Preisser und Florian Wüst

Gemeinsam mit dem Filmkurator Florian Wüst spricht Lars Preisser über das Medium Film im Zusammenhang mit Ästhetik und Bedeutung städtischer Brachen. Anhand von Filmausschnitten werden Baulücken, Freiflächen und Ruinen als Möglichkeitsräume beschrieben, die das Bild Berlins für lange Zeit prägten und die perforierte Stadt damit zum magischen Anziehungspunkt machten.

Donnerstag, 16. Mai 2019, 19 Uhr
Gespräch »Ein Bild von der Stadt« (DE)
mit Ulrich Domröse, Leiter der Fotografischen Sammlung der Berlinischen Galerie

Die Berlinische Galerie ist als Einrichtung des Landes Berlin eine Stiftung Öffentlichen Rechts und agiert als Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur. In dieser Funktion sammelt und zeigt sie in Berlin entstandene Kunst von 1870 bis heute – mit lokalem Fokus und zugleich internationalem Anspruch. Osteuropäische Avantgarde und die Kunst des geteilten Berlin sowie der zusammengeführten Metropole bilden einige ihrer Schwerpunkte.

Von Ulrich Domröse, dem Leiter der Fotografischen Sammlung, wollen wir erfahren, welches Bild von der Stadt sich bis heute darin aufzeigt. Mit dem Fokus auf die künstlerische Photographie in der DDR brachte Domröse nach 1989 seine repräsentative Sammlung von Autorenfotograf_innen in die Berlinische Galerie mit ein.

Heute umfasst die Fotografische Sammlung etwa 84.000 Bilder. Zwar wird die Fotografie vor allem als Kunstwerk begriffen, aber eben auch als historisches Dokument und als Handwerk. Schwerpunkte bilden Porträt-, Architektur- und Stadtfotografie. Als typische künstlerische Ausdrucksformen kommen Fotomontagen, Fotocollagen, Fotogramme und Konzeptarbeiten dazu.

Freitag, 31. Mai 2019, 19 Uhr
Gesprächsrunde »Zwischen Stadt und Land« (DE)
mit Nico Grunze, Wolfgang Kil und Marie Neumüllers

Über den „Luxus der Leere“ (Kil) werden die drei Stadtforscher_innen ihre Ansichten teilen. Welche Schönheiten und Versprechen haben die Peripherien, Lücken und Brachen innerhalb wie auch am Rande der Stadt zu bieten? Und was geht verloren, wenn der Raum zwischen Stadt und Land sich immer weiter füllt?

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