Salomé

Selbstdarstellung – Gemälde/Fotos/Video

2 February–9 March 1979
Opening: 2 February 1979

Exhibition
Dokumentationsmappe

Artists

Salomé

Project group RealismusStudio

Valdis J. Āboliņš, Agathe Haag, Gerd Herr, Dieter Masuhr, Udo Ropohl, Barbara Straka

Aus der Publikation (Arbeitsgruppe RealismusStudio):
Das Realismusstudio zeigt in seiner 8. Ausstellung Bilder, Foto- und Videoarbeiten von Salomé aus den Jahren 1977/78. Diese Kunst wird in jeder Hinsicht eine Herausforderung für den Betrachter sein; sie entzieht sich thematisch und formal überkommenen Zugriffsweisen herkömmlicher Kategorisierung des Realismus. Selbstdarstellung in konsequentester Form - was hat das mit Realismus zu tun? Der Maskierte, der Akt, der Homo, der Verkleidete, der Marlboro-Typ . . . Darstellung eines Allround-Künstlers oder verstiegene Subjektivität und kritiklose Selbstbespiegelung? Umwelt, Partner und Freunde, die “scene” kommen nicht ins Bild. Gesellschaftliche Realität zeigt sich subjektiv vermittelt im künstlerischen Individuum, allenfalls in der Auseinandersetzung mit den Medien (TV - Werbung). Wer das Thema “Outsider-Problematik” erwartet, ist im Irrtum.
Selbstdarstellung ohne gesellschaftliche Zusammenhänge? Die Direktheit der Fotos, Bilder und Videobänder gibt solchen und ähnlichen Fragen den Unterton der Belehrung. Gerade das ist nicht beabsichtigt. Wenn Kunst zur Selbstentfaltung des Menschen beitragen soll, kann und darf sie keine Belehrung enthalten. Das richtet sich radikal gegen etablierten Realismus, sei es der sozialistische oder “kritische” in seiner Tautologie. Realismus beinhaltet Kritik. Salomès Bilder sind die radikale Absage an eine Gesellschaft mit Normen und Rollenklischees, denen der einzelne unterworfen ist und die Selbstentfaltung verhindern. Salomé verkörpert das Gegenbild. Malerei, Performance, Fotografie sind nur einzelne Aspekte seiner künstlerischen Ausdrucksform, die konsequent weiterentwickelt wird. Die Faszination, ‘an die Grenzen der eigenen Kraft zu gehen’ und ‘alles auszuprobieren, was Spaß macht’ als Prinzip. Die Bilder zwingen, das eigene Selbstverständnis in Frage zu stellen.