Die Pampa lebt

Hellersdorf als Großwohnsiedlung gestern, heute und morgen

13. September–1. November 2020

Ausstellung

Ort(e):
Verschiedene Orte in Berlin

Künstler_innen

Eva Hertzsch & Adam Page

Arbeitsgruppe

Jochen Becker, Fabian Bovens, Eva Hertzsch, Margarete Kiss, Constanze Musterer, Adam Page

Mitarbeit

Sven Eggers

Eva Hertzsch & Adam Page mit Sabine Büttner, Mike Hartwig, Rosel Juhl, Siegfried Nord, Evelin Paap, und Lutz Reineke

Großplakate an drei Standorten in Hellersdorf:
Alice-Salomon-Platz (vor dem Rathaus)
Cottbusser Platz (vor dem U-Bhf.-Ausgang Carola-Neher-Str.)
Kastanienboulevard (Nähe zentraler Platz)

Das soziale, politische und kulturelle Gefüge eines immer kosmopolitischeren und widersprüchlichen Hellersdorf ist Ausgangspunkt des künstlerischen Rechercheprojekts »Die Pampa lebt« im Quartier Boulevard Kastanienallee (2019-2021). Seit März 2019 arbeitet eine Gruppe von Anwohner_innen mit den Künstler_innen Eva Hertzsch und Adam Page zu beispielsweise den Fragen: Welche Hoffnungen, Ängste, Glücksversprechen und Kränkungen gab es hier in den 1990ern und heute? Welche Auswirkungen hat der Wegfall vieler Arbeitsplätze in der Industrie? Welche Zukunftsvisionen gibt es für Hellersdorf?
Während gemeinsamer Ausflüge zu anderen Großsiedlungen und Ausstellungen sammelten sie über 300 Antworten in Form von Dokumenten, Fotos und Statements.

Von diesem Material inspiriert malten Eva Hertzsch und Adam Page Aquarellbilder, die wiederum zentrale Motive für eine Reihe von Großplakaten an drei Standorten im Quartier Boulevard Kastanienallee bilden.

Das Motiv »Kienberg Gas« vor dem U-Bahnhof Cottbusser Platz zeigt die künstlerische Utopie der zukünftigen Umwandlung des Kienbergs vom IGA-Standort zur Energiequelle: Aus den unter dem Kienberg kompostierenden Ablagerungen der Vergangenheit wird Biogas produziert und in der Großsiedlung verteilt.
Ein weiteres dort aufgestelltes Motiv »Wohnen am Cotti« schlägt eine alternative Bebauung für die Grünfläche vor: Statt den aktuell von Investor_innen vorgesehenen flächendeckenden Zweistöckern, die die bewachsene Fläche versiegeln, wird der Bau eines Wohnhochhauses vorgestellt. Durch die viel kleinere Grundfläche, bleiben Sport- und Pflanzaktivitäten für die Anwohner_innen erhalten.

Auf dem zentralen Platz des Kastanienboulevards zeigt das Motiv »Brunnen am Wilde-Mathilde-Platz« die Wiederinbetriebnahme eines defekten Springbrunnens. Dieser wird der heutigen Eigentümerin Deutsche Wohnen entzogen und an das städtische Bauunternehmen GESOBAU übergeben. Durch die Flutung einer GESOBAU-Tiefgarage mit Grundwasser bekommt der instandgesetzte Springbrunnen wieder Wasser.

Das Motiv »Haus der urbanen Kulturen der Welt« vor dem Rathaus am Alice-Salomon-Platz greift die Debatte um die geplante Umgestaltung des Platzes auf. Hier wird die Versetzung des angrenzenden Expo-Pavillons auf den Platz vorgeschlagen. Das Gebäude wird in ein Centre Pompidou-ähnliches Haus für Bildung und Kunst umgestaltet.

Die Motive werden Donnerstags an den jeweiligen Standorten durch die Künstler_innen geändert und die Inhalte und Rechercheergebnisse mit Passant_innen diskutiert.

Termin:

Samstag, 12. September 2002, 16 - 20 Uhr
Start der Ausstellung im Außenraum mit Führungen

DIE PAMPA LEBT wird gefördert aus Mitteln aus dem Programm „Soziale Stadt“ und unterstützt vom Amt für Weiterbildung und Kultur Marzahn-Hellersdorf.

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