*foundationClass - from within the cracks

12. Dezember 2020–28. März 2021

Online-Präsentation
Publikation

Podcast-Reihe

Ort(e):
nGbK, Oranienstraße 25, 10999 Berlin

Künstler_innen

Osamah Abouzor, Najwa Ahmed, Ahmad Alali, Anwar Alatrash, SharPuta Alatrash, Rula Ali, Fadi Aljabour, Mayada Alkayal, Marwa Almokbel, Mohanad Alsneeh, Amel Alzakout, Akhil Amer, Ulf Aminde, Reem Awad, Anoush Azizi, Yemisi Babatola, Tewa Barnosa, D'Andrade, Annabel Daou, Mira Debaja, Max Grau, Richard Khaldon Al Halah, Mohamad Halbouni, Diwali Hasskan, Nadira Husain, Azad Ibrahim, Mahmoud Ismail, Eva Karduck, Katharina Kersten, Serena Khan, Sana Al Kurdi, Cam-Anh Luong, Markues, Roda Mehrez, Hami Mehr, Dyaa Naim, Marina Naprushkina, Nour Nasreddine, Ayham Omarin, Ramin Parvin, Krishan Rajapakshe, Can Rastovic, Dachil Sado, Aram Al Saed, Miriam Schickler, Batoul Sedawi, Oula Soleman, Hatef Soltani, Yara Sulaiman, Ghaith Tahsen, Aref Torkaman, Vera Varlamova, Noor Yasin

Arbeitsgruppe *foundationClass

Werkstatt für kollektives Lernen

»from within the cracks« ist eine audiovisuelle Installation, eine Baustelle, eine Methode, ein Raum zur Neuformulierung von Machtverhältnissen – entstanden im Miteinander des Kollektivs der *foundationClass. Ein ›crack‹ [Riss] ist eine Bruchstelle, ein Zeichen der Zerstörung, aber auch ein unbestimmter Raum, von dem Möglichkeiten ausgehen. Von dieser Bruchstelle aus, die sich in der Kunstinstitution befindet, aber nicht zu ihr gehört, sind die Mitglieder des Kollektivs der *foundationClass mit der Abwesenheit konfrontiert, mit dem Unmöglichen, den Hürden – mit allen Mechanismen von struktureller Diskriminierung.

Im aktuellen Projekt in der nGbK stellt das *foundationClass-Kollektiv diese Machtstrukturen auf den Kopf: Das Konzept der Begrenzung und Marginalisierung wird selbst zum Forschungsgegenstand gemacht und in widerständige Energie und kreatives Potential umgewandelt. In einer raumfüllenden Installation in der nGbK wird eine digitale Werkstatt für kollektives Lernen eingerichtet. Die virtuellen Angebote umfassen eine kollaborative Podcast-Serie, ein Online-Archiv und eine digitale Präsentation künstlerischer Beiträge auf der Website der nGbK. Hier teilt die *foundationClass ihre Arbeitsmethoden, Perspektiven und Fragen, die sich aus den Einschränkungen im sozialen analogen Raum für kollektive Lernzusammenhänge ergeben.

Die *foundationClass ist sowohl ein Studiengang an der weißensee kunsthochschule berlin als auch ein Künstler_innenkollektiv. Als Studiengang soll die *foundationClass Menschen, die nach Deutschland migriert und von Rassismus betroffen sind, den Zugang zu Kunstakademien erleichtern. In seiner künstlerischen Praxis hat das Kollektiv den Anspruch, einschließende Lehr- und Bildungsformen zu entwickeln und die Ausschlussmechanismen Weißer Kunstinstitutionen zu dekonstruieren.
Trotz der Hindernisse, die in der Akademie zugegen sind, bildet die *foundationClass darin eine eigene Gemeinschaft. Sie bietet einen sozialen Raum, in dem Wissen, künstlerische und gestalterische Praktiken nicht konsumiert, sondern kollektiv hinterfragt werden.

Installation »*foundationClass - from within the cracks«
Die Präsentation »*foundationClass – from within the cracks« in der nGbK verhandelt fünf aufregende Jahre *foundationClass, inner- und außerhalb der Institution kunsthochschule weißensee berlin. Jede Installation ragt in eine Suche nach kollektiver Praxis und trägt Liebe, Lachen, Tränen und den politischen Kampf in sich. Die Künstler_innen der *foundationClass verwenden die durch diskriminierende Strukturen hervorgerufenen Hindernisse nicht einfach nur dazu, die Widersprüche einer Institution nur zu benennen oder sie einfach auszublenden. Vielmehr werden sie zum Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeit des Kollektivs und der damit verbundenen Forderung nach inklusiver Ausbildung und Lehre.

Podcast-Reihe »*foundationClass/speaks«
Im Rahmen des *foundationClass Learning Hubs »from within the cracks« in der nGbK ist im Dezember 2020 die Idee zur Podcast-Reihe *foundationClass/speaks entstanden. Ein Kommunikationstool und Lernort, eine Rettungsinsel in der Verunmöglichung einer Ausstellungseröffnung in Zeiten der Pandemie. Let’s do podcast.
»*foundationClass/speaks« entsprang wortwörtlich »from within the cracks« als kreative Notlösung in Zeiten von Kontaktbeschränkung aber auch als Verstärker, als Sprachrohr und als Echokammer für das, was das Künstler_innenkollektiv teilen möchte – nun eben so: die *foundationClass speaks: kämperisch-sprechend, wütend-fragend, informierend, fragil, ermahnend und trauernd, zum eigenen Verhältnis zum Status Quo um Antirassismus, Intersektionalität, Queerness, Selbstbezeichnungen, Empowerment, Femmeness, Verbündeten, Erinnerungskultur, Noise, Safe(r) Spaces und noch vielem mehr.
Es ist eine Reise des Sprechens, der Versprachlichung von Unaussprechbarem - es ist ein Versuch Verletzlichkeit zu zeigen und Empathie einzufordern für Geschichten, die unerhört sind. Es ist eine Reise der Dokumentation von Stimmen, die ihre eigene Geschichte erzählen und ein lebendiges Archiv bilden.
Die ersten fünf Episoden bilden den Auftakt einer Podcast-Reise mit vielen Teilen, Aspekten und Themen, die noch in der Zukunft liegen.

Das Buch »*foundationClass – the book«
…zum Projekt erscheint im nGbK-Verlag und erzählt, was die *foundationClass für die vielen Menschen war, ist und sein wird, die sie seit 2016 prägen. Es ist eine Geste der Anerkennung und Solidarität mit all jenen, auf deren Arbeit wir aufbauen sowie jenen, mit denen wir zusammenarbeiten und die uns unterstützen. Das Buch soll die *foundationClass in breiteren Zusammenhängen zeigen und die erprobten emanzipatorischen Praktiken im Bereich der Kunst und Bildung einordnen.
(ISBN: 978-3-938515-83-9)