Left Performance Histories

3. Februar–25. März 2018
Eröffnung: 2. Februar 2018

Ausstellung
Publikation
Veranstaltungsreihe

Ort(e):
Oranienstraße 25, 10999 Berlin

Künstler_innen

Gruppe 37,2, chic, charmant & dauerhaft / ccd, Vlasta Delimar, Orshi Drozdik, Tomislav Gotovac, Ion Grigorescu, Jürgen Hohmuth, Sanja Iveković, El Kazovszkij, Judit Kele, Tamás Király, László Lakner, Zbigniew Libera, Sven Marquardt, Marijan Molnar, Peter Oehlmann, Ewa Partum, Zygmunt Piotrowski, Christine Schlegel, Hans-Joachim Schulze, Irmgard Senf, Mladen Stilinović, Sven Stilinović, Gabriele Stötzer, Tamás Szentjóby, Bálint Szombathy, Raša Todosijević, Exterra XX, Želimir Žilnik

Arbeitsgruppe

Judit Bodor, Adam Czirak, Astrid Hackel, Beata Hock, Andrej Mircev, Angelika Richter

Wo fängt eine Performance an und wo hört sie auf? Wie verändert sich diese Kunstform im Kontext späterer Ausstellungen? Was erzählen Performances aus dem sozialistischen Osteuropa über künstlerische Ausdrucksweisen, politische Kritik oder gesellschaftlich unangepasstes Verhalten? Die Ausstellung Left Performance Histories zeigt osteuropäische Aktionskunst ab den 1970er Jahren und reflektiert ihre fortwährende Bedeutung in der Gegenwart. Einige der über 25 vorgestellten Künstler_innen dürften Kenner_innen der alternativen Kulturszenen des ehemaligen Ostblocks vertraut, andere selbst für sie eine Neuentdeckung sein.

Statt einer umfassenden Retrospektive nähert sich die Ausstellung einer Auswahl von Themen, die in kritischen Debatten häufig ausgeklammert werden. Die inoffizielle Kunst des staatssozialistischen Osteuropas wird oft als Sammelbecken subversiver Gesten gegen ein gesellschaftlich, kulturell und politisch repressives Umfeld verhandelt. Die Ausstellung betrachtet Performancekunst hingegen als Ort des Vergnügens, an dem gängige Selbstdarstellungen und gesellschaftliche Normen von Geschlechtsidentität, Sexualität und Schönheit umgangen werden. Sie fragt darüber hinaus nach politisierten künstlerischen Positionen, um zu zeigen, dass der sozialistische Staatsapparat nicht nur von antikommunistischer Seite aus angefochten wurde. Vielmehr meldeten sich auch kritische Stimmen zu Wort, die auf demokratisch-sozialistischen Prinzipien beharrten oder auf den erbitterten ideologischen Wettkampf des Kalten Krieges verwiesen.

Durch eine Vielfalt kuratorischer Herangehensweisen (einschließlich dokumentarischer Präsentationen, Gesprächsveranstaltungen und Neuaufführungen von Performances) untersucht das Projekt, wie Performancekunst im Kontext späterer Ausstellungen gezeigt werden kann. Relikte, Dokumentationen und Erinnerungen an Aufführungen werden als Teil der erweiterten Materialität künstlerischer Aktionen begriffen. Die Ausstellung schlägt vor, Performance als veränderliches und sich kontinuierlich neu konstituierendes Archiv zu verstehen, das bei jeder öffentlichen Präsentation aufs Neue gestaltet werden muss. Mit diesem Ansatz erkundet sie, wie die Geschichte/n der Performancekunst im Laufe der Zeit hervorgebracht, reguliert und interpretiert werden. Left Performance Histories fragt, was diese Kunst ausmacht und wer ihre Archivar_innen sind.

Freitag, 2. Februar 2018, 19 Uhr
Eröffnung der Ausstellung mit einer Begrüßung von Dr. Torsten Wöhlert, Staatssekretär für Kultur und Prof. Dr. Kathrin Busch, Präsidium der nGbK
Fortlaufend:
Performance “Der rote Kuss der Geschichte” von Bálint Szombathy

Freitag, 16. Februar 2018, 15-20 Uhr, Durchgehend
Schaufenster, Buchladen Kisch&Co, EG
Performance “Right to an orgasm at over 60” von Vlasta Delimar

Freitag, 16. Februar 2018
nGbK-Veranstaltungsraum, 1. OG

15 Uhr
Podiumsdiskussion (EN)”Performance als Ort unangepassten Verhaltens (Teil 1): Mode und Genderentgrenzung” mit Kata Benedek, Gyula Muskovics, Andi Soós und Gabriele Stötzer, Moderation: David Crowley

17.30 Uhr
Künstlerinnengespräch (DE) “Frauen, die Ehe ist gegen Euch!” mit Ewa Partum und Karolina Majewska-Güde

19 Uhr
Performance “KONTRAKTUS – célébration sologame” von Judit Kele

Samstag, 17. Februar 2018
nGbK-Veranstaltungsraum, 1. OG

14 Uhr
Podiumsdiskussion(EN)”Performances und ihre Archive” mit Roddy Hunter, Heike Roms, Branka Stipancic und Andrej Mircev, Moderation: Judit Bodor

16 Uhr
Künstlergespräch (DE) „’EIN BUNTER BLUMENSTRAUSS FÜR UNSERE REPUBLIK’. Mit Spaß, Kunst und Mode Konventionen brechen in der DDR” mit Jürgen Hohmuth

17 Uhr
Lecture Performance (EN) “Vocabulary of Revolutionary Gestures” von Elske Rosenfeld

18 Uhr
Podiumsdiskussion (EN) “Performance als Ort unangepassten Verhaltens (Teil 2): Linke Kritik” mit Anna Artwinska, Constanze Fritzsch, Bojana Matejic und Judit Bodor, Moderation: Beáta Hock

20 Uhr
Performance “Alice in Codeland” von Katalin Ladik

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