Klausurtagung und Call for Action 2021

1. August–31. Dezember 2021

Einzelprojekt/Produktion

Ort(e):
Place Internationale, Carola-Neher-Straße / Ecke Maxie-Wander-Straße, 12619 Berlin
station urbaner kulturen, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin

Vereinsinitiative

Liebe Mitglieder,

auf der Juni-Hauptversammlung vor einem Jahr entschieden wir Vereinsmitglieder, dass die nGbK am Planungsverfahren zur Nutzung eines von zwei durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa finanzierten Pavillons auf der Karl-Marx-Allee teilnehmen sollte. Das Ziel
dabei ist, dass der Verein einen neuen landeseigenen Standort bezieht, nachdem der Mietvertrag im Gewerbehof der Oranienstraße 25 mit der Eigentümerin, der in Luxemburg registrierten Fondsgesellschaft Victoria Immo Properties V S.à.r.l., im Juli 2022 ausläuft. Wir beschlossen ebenfalls, eine Diskussion zum Selbstverständnis der nGbK (weiter) zu öffnen, ein Konzept für die räumliche Transformation zu entwickeln und die anhaltende Verdrängung in der Oranienstraße zu politisieren.

Der Pavillon in der Karl-Marx-Allee (KMA) wird voraussichtlich 2025 bezugsfertig sein, wir werden also eine mindestens dreijährige Zwischenphase haben. Genügend Zeit, um gemeinsam das Selbstverständnis der nGbK als Kunstverein weiterzuentwickeln, nach
neuen Formen der Kooperation und des Ausstellens zu suchen und uns darüber auszutauschen, welche Räume wir für unsere künstlerische, kuratorische und diskursive Arbeit benötigen. Um diesem Prozess eine erste Grundlage zu geben, laden wir Euch alle zu einer zweitägigen Klausur am Freitag, 27. August und am Samstag, 28. August 2021
ein. Die Klausur findet in deutscher Sprache statt. Es werden weitere Klausuren folgen.

Im Laufe der ersten Klausur möchten wir gemeinsam Stimmen, Wünsche und Vorstellungen für ein Debattenpapier – auch als ePaper denkbar – zusammentragen, welches als Grundlage für die Transformationsphase(n) der nGbK dienen kann. Daraus soll keineswegs ein behauptendes Dokument, sondern vielmehr eine Momentaufnahme von Begehren,
Impulsen und Ideen entstehen, die sich fortschreibt und fortschreiben lässt.
Wir möchten mit dieser Einladung explizit nicht nur diejenigen erreichen, die in der Vergangenheit den Verein geprägt haben und/oder derzeit prägen, sondern alle, denen es wichtig ist, über Programmgestaltung und Projektumsetzung hinaus an der weiterhin offenen, unmittelbaren wie mittelfristigen Zukunft eines basisdemokratischen, daher auch oft
widersprüchlichen, Kunstvereins zu arbeiten.

Es geht primär um die Frage, wie wir als Kunstverein nach außen agieren und wie wir innerhalb des Kunstvereins zusammenarbeiten wollen. Wie sieht ein gemeinsames Be-Leben von sozialen Räumen in der Stadt mit unseren diversen Belangen und Begehren, Bedürfnissen und Beiträgen, in verschiedensten Konstellationen und Zeitlichkeiten, aus?
Aber eben auch: Welche Folgen hat die Umsetzung dieser Ansprüche und Wünsche – für die nGbK, deren kulturpolitisches Umfeld, die Nachbarschaften, in denen der Verein agiert, sowie für uns als Mitglieder, die Mitarbeiter_innen, Besucher_innen, Gäste der nGbK?
Mit Hilfe des Feedbacks der Moderation werden wir abschließend gemeinsam den ersten Entwurf eines Dokuments erarbeiten, das uns in der Transformationsphase begleitet.

Termine:

Freitag, 27. August 2021, 12 Uhr
Begehung des zukünftigen Standorts an der Karl-Marx-Allee (de)
Treffpunkt: Pavillon an der U5-Bahnstation Schillingstraße (Schillingstraße, Ecke Karl-Marx-Allee)

14–18 Uhr
Sounding 1 – nGbK als Teil der Stadtgesellschaft (de)
Treffpunkt: vor der station urbaner kulturen, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin

Möchten wir als nGbK ein Kunst-/Raum für Viele sein? Wie möchten wir miteinander sprechen; wie können wir Ausschlussmechanismen kritisch reflektieren und unsichtbaren Barrieren entgegentreten, die Räume wie die nGbK trotz aller Bemühungen immer noch reproduzieren? Wie wollen wir in eine Stadtgesellschaft wirken, in der wir sowohl einzeln wie auch als Verein ein Teil von sehr vielen anderen Räumen und Nachbarschaften sind? Wie
bleiben wir weiterhin politisch aktiv und solidarisch in der von Gentrifizierung geplagten Oranienstraße, deren Bild die nGbK jahrzehntelang mitgeprägt hat? Und welchen spezifischen Beitrag leistet die künstlerische Produktion dabei?

Ab 18 Uhr
Soft Opening der Ausstellung »Gemeinsam Räume offenhalten - Kartierungen am Cotti, am Kotti und am Hermannplatz«
station urbaner kulturen, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin

Samstag, 28. August 2021, ab 10 Uhr
Frühstück auf dem »Place Internationale«
Treffpunkt: vor der station urbaner kulturen, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin

11–18 Uhr
Sounding 2 – Soziale Räume imaginieren (de)
Treffpunkt: vor der station urbaner kulturen, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin

Wie stellen wir uns einen Alltag in der künftigen nGbK vor – wie lassen sich unsere Wünsche und Ansprüche mit derzeitigen und zukünftigen Bedingungen in Einklang bringen? Verstehen wir die nGbK als eine Hülle für alles Mögliche oder wünschen wir uns spezifische Themensetzungen? Wieviel Beständigkeit und wieviel Spontanität wünschen wir uns im
Rahmen der Vereinsarbeit? Und welche Implikationen hat dies für ein zukünftiges Verständnis von Projektkultur und Programmgestaltung?

Finanziert von