Künstlerinnen International 1877-1977

Gemälde, Grafik, Skulpturen, Objekte, Aktionen

9. März–10. April 1977
Eröffnung: 8. März 1977

Ausstellung
Publikation
Filmprogramm

Ort(e): Orangerie des Schloss Charlottenburg, Spandauer Damm (Malerei-Plastik-Fotografie)
Ausstellungsräume, Jebenstraße 2 (Aktionen-Workshops-Video-Fotos-Dias)
NGBK, Hardenbergstraße 9 (Fotoanalysen)
Arsenal, Welserstraße 25

Künstler_innen

Diane Arbus, Tabea Blumenschein, Louise Bourgeois, Margaret Bourke-White, Gisela Breitling, Judy Chicago, Valie Export, Helen Frankenthaler, Hannah Höch, Käthe Kollwitz, Jeanne Mammen, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter, Ketty La Rocca, Ulrike Rosenbach, Martha Rosler, Carolee Schneemann, Sarah Schumann, Katharina Sieverding, Warwara Federowa Stepanowa, Grete Stern, Marianne Werefkin, u.a.

Arbeitsgruppe

Ursula Bierther, Evelyn Kuwertz, Karin Petersen, Inge Schumacher, Sarah Schumann, Ulrike Stelzl, Petra Zöfelt

Vortrag von Lucy Lippard: Why Feminist Art Criticism? am 12.3.1977 im Amerika-Haus, Hardenbergstraße 22

Aus der Pressemitteilung:
Die Ausstellung, die von einer Gruppe von Frauen in der NGBK seit drei Jahren vorbereitet wurde, wird zeigen die tatsächliche Stellung von Künstlerinnen in der Kunst und Gesellschaft der letzten hundert Jahre. In der Ausstellung werden vertreten sein die Arbeiten von ca. 190 Künstlerinnen – Gemälde, Zeichnungen, Graphik, Skulpturen und Textilien, wie auch Photographie, Film, Video, Performance und andere Aktionen. Zum ersten Mal werden Künstlerinnen in diesem Umfang und in diesem Zusammenhang gezeigt.

Pressestimmen

tip, 01.04.1977 (Bärbel Jäschke):
„Im künstlerischen Ausdruck gibt es keine Geschlechtertrennung. Da und dort zeigen weibliche Künstlerinnen einen ‘männlicheren’ Stil als ihre männlichen Kollegen und umgekehrt. Die Kunst ist androgyn, zweigeschlechtlich. Das gilt aber nicht für die Arbeits-, Lebens- und Ausstellungsbedingungen von Künstlerinnen. Zu diesem Fazit kommt man beim Besuch der Ausstellung ‘Künstlerinnen Internation, 1877-1977’, die zur Zeit in der Orangerie des Schlosses Charlottenburg geziegt wird und besonders nach der Lektüre des Ausstellungskatalogs. Frauen sind inzwischen so ‘stark’, das heißt sie haben sich soviel Selbstbewußtsein erarbeitet, daß sie Differenzen innerhalb der Bewegung offen und öffentlich diskutieren können. Das zeigen die Aktionen und Diskussionen um die Frauenausstellung.“

SZ, 31.03.1977 (Werner Rhode):
„Selten hat eine Kunstausstellung in Berlin so viel Unfrieden gestiftet, so scharfe Kontroversen und Proteste provoziert.“

NDR, Journal 3 für Kultur und Kritik, 09.03.1977 (Barbara Schleich):
„Dem weiblichen Auswahlgremium der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst ging es nicht mehr darum, den Nachweis zu erbringen, daß Frauen kreativ ein können. Vielmehr wird in Berlin zum ersten Mal systematisch weibliche Sichtweise in der darstellenden Kunst zusammengetragen. […] Die auswählenden Künstlerinnen fühlen sich alle mit der Frauenbewegung verbunden. Aber ihnen wurde in der Zusammenarbeit klar, wie schmal der Grad ist zwischen Anpassung und Kritik, Ignoranz und berechtigter Ablehnung, Erfüllung männlicher Erwartungen und deren kritischer Persiflage, zwischen Wiederholung diskriminierender Klischees und Selbstbefreiung.“

Radio Bremen, 08.12.1977:
„Unser Ziel ist es, deutlich zu machen, daß Künstlerinnen nach wie vor unterrepräsentiert sind. […] Für das aktuelle Selbstverständnis von Frauen, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, ist das Selbstbewusstsein einer eigenen kulturellen Tradition eine wichtige Voraussetzung.“