Mexiko – Stadt der Frauen

30. November 1991–19. Januar 1992
Eröffnung: 29. November 1991

Ausstellung
Publikation

Kongress “Frauenbewegungen in Mexiko”
Begleitprogramm

Ort(e):
Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10

Künstler_innen

Eli Barta, Anja Batista, Rebecca Becerril, Barbara Beck, Alette Borgböhmer, Rosario Castellanos, Elsa Conde, Anja Dahl, Claudia Hinojosa, Berta Hiriat, Gabi Hobmeier, Theresa Hoppe, Sabine Keinath, Alejandra Massolo, Miriam Moscona, Fernando Navarro, Irene Ortiz Pérez, Petra Pinzler, Susana Quiroz, Luz Maria Rodiguez, Elena Tapia, Esperanza Tuñon, Patricia Vega

Arbeitsgruppe

Sabine Balke, Ania Bothe, Christine Burkhard, Angelika Dierkes, Anne Huffschmid, Sabine Keinath, Maria Sagué, Adele Schmidt

In Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Hauses der Kulturen der Welt, dem Verein InterAktion e.V. (Berlin/ Bonn) und dem feministischen Kommunikationszentrum “Alaide Poppa” (Mexiko-Stadt).

Übernahme durch Frauenmuseum Bonn (11.4.-17.5.1992)

Aus der Pressemitteilung:
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer mehr als dreijährigen interkulturellen Zusammenarbeit zwischen deutschen und mexikanischen Frauen, die sich mit der Metropole Mexiko-Stadt als Schauplatz für die verschiedensten Lebens- und Bewegungsformen von Frauen auseinandersetzten.[…] Zielsetzung der Ausstellung ist es jenseits von Folklorismus und Exotik, Bilder von Frauenrealitäten zu zeigen, die mit Lateinamerika - und “latina” - Klischees brechen.

Pressestimmen

Der Tagesspiegel, 15.12.1991 (Hella Kaiser)
“Die Ausstellung erzählt von Mißständen, von Schwierigkeiten, von weiblichen Aufbrüchen und Initiativen. Und sie erzählt von Freude. Ein Bus aus Schaumgummi ist zu sehen, und viele, viel zu viele Gesichter schauen heraus. Wieso sehen sie alle so fröhlich aus? Auf ausgedienten Benzinfässern kleben Aids-Warnungen, als handle es sich um Werbung für Haarshampoo oder Duschgel. Bunte Puppen, von Indianerinnen gefertigt, liegen dazwischen. An der Wand ein Porträt der unnahbaren Schönheit Maria Felix, in den vierziger Jahren als mexikanische Greta Garbo gerühmt. Frida Kahlo, die Unvergeßliche, fehlt nicht. Wie das Land, so die Ausstellung: eine lateinamerikanische Mixtur für Liebhaber(innen).”

Neue Presse, 04.01.1992 (Steffen Heuer)
“Otro modo de ser“ - eine andere Art zu sein, ist das Motto der Präsentation, die unter diesem Titel bereits im Juli in Mexiko zu sehen war. Dem Stereotyp des patriarchalischen Macho trifft allzu oft die Karikatur der bedauernswerten, leidenden Frau zur Seite, bemängeln die Ausstellungs-macherinnen: ‘Wir sind keine Klageweiber’. Sie betonen das aktive Element: Frauen in Arbeitskämpfen, Frauen in den Medien, Frauen als Anwältinnen der Menschenrechte in der ‘perfekt getarnten Diktatur’, wie Mario Vargas Llosa Mexiko bezeichnet hat. Das Bild des lateinamerikanischen Feminismus wäre unvollständig ohne die Randgruppen: Punkerinnen, Lesben und Prostituierte, die sich kämpferisch ‘Sex-Arbeiterinnen’ nennen. Dazu tritt die Sphäre der weiblichen Kunst, symbolisiert in Frida Kahlo, der Frau des berühmten Wandmalers Diego Rivera. In einer Ton-Dia-Schau kommen Künstlerinnen von heute zu Wort, die das egozentrische Erbe der Kahlo weiterentwickeln. Oft dient dabei die Sexualität als provozierendes Thema.”

Der Tagesspiegel, 27.11.1991 (Jochen Metzner)
“Dem bevölkerungsreichsten aller spanisch sprechenden Länder der Erde ist vom 28. November 1991 bis Anfang Februar 1992 eine kompakte Veranstaltungsreihe im Haus der Kulturen der Welt gewidmet. ‘Mexiko’ lautet kurz und bündig der Titel der über zweimonatigen Präsentation, die Filme, Konzerte, Vorträge, ein Symposium, Lesungen und Tanzdarbietungen umfaßt. Trotz des beachtlichen Umfanges des multimedialen ‘Mexiko’-Marathons schränkte Kurt Scharf vom Haus der Kulturen jetzt bei der Programmvorstellung ein: ‘Ein umfassendes Bild Mexikos zu geben, ist unmöglich’. Durchgängiger thematischer Schwerpunkt ist die Rolle der Frau in Mexikos Gesellschaft, Kultur und Geschichte.”