THIS LAND IS MY LAND

28. Oktober–3. Dezember 2006
Eröffnung: 27. Oktober 2006

Ausstellung
Publikation
Veranstaltungsreihe

Ort(e): NGBK, Oranienstraße 25
Projektraum 1 des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Mariannenplatz 2

Künstler_innen

Petra Bauer, Katinka Bock, Slawomir Elsner, Shahram Entekhabi, Harun Farocki, Andreas Fogarasi, Ingo Gerken, Raphaël Grisey, Falk Haberkorn/Sven Johne, Lise Harlev , Farida Heuck, Susan Hiller, Thomas Locher , Marisa Maza , Johannes Paul Raether, Treibstoff/Johannes Blank, Florian Wüst, Jun Yang

Arbeitsgruppe

Dorothee Bienert, Shahram Entekhabi, Marisa Maza , Marina Sorbello, Antje Weitzel, Sabine Winkler

Die Ausstellung This Land is My Land wendet sich kritisch gegen zeitgenössische, globale Phänomene wie die rückwärts gewandte Suche nach nationalen Werten und Symbolen sowie die Sehnsucht nach kollektiver Sinnstiftung. This Land is My Land stellt deshalb künstlerische Projekte vor, die am Beispiel Deutschland thematisieren, dass nationale Identität keine feste Größe, sondern eine komplexe, heterogene, widersprüchliche und veränderbare Konstruktion ist.
Die Vorstellung ‘Nation’ wird von verschiedenen Interessengruppen produziert und inszeniert. Das impliziert diverse Ein- und Ausschlussmechanismen: So genannte ‘Fremde’ haben sich der kulturellen Nationalordnung anzupassen. De facto ist Deutschland jedoch ein globalisiertes Einwanderungsland, in dem die Idee einer fest gefügten Nationalordnung überholt scheint. Nationen heute sind hybride Gebilde, die sich aus verschiedenen, sich stets verändernden Ethnien und Gruppen zusammensetzen. Die nationale kulturelle Identität befindet sich in einem unvollendeten Prozess. Trotzdem verlangt die deutsche Mehrheitsgesellschaft von Migranten Assimilation an eine nicht definierbare deutsche Kultur (Stichwort: Integrationskurse), oder degradiert im Multi-Kulti das ethnisch Verschiedene zur Folklore (Karneval der Kulturen, Tropical Islands und ähnliche Unternehmungen).

This Land is My Land will das Funktionieren von Ein- und Ausschlussmechanismen und die Strukturen der Definitionsmächte aufzeigen, eingefahrene Denkmuster nationaler Selbstgenügsamkeit aufbrechen und für differenzierte Sichtweisen sensibilisieren.
Eingeladen sind Künstlerinnen und Künstler, die in ihren Arbeiten und Projekten das Konfliktfeld kultureller Identität als produktiven Zwischenraum thematisieren, die Überlagerung nationaler Fiktionen mit dem Alltäglichen beobachten und die Instabilität traditioneller nationaler und kultureller Zuordnungen aufzeigen. Die Künstler/innen untersuchen unter anderem die Rituale, Embleme und Codes nationaler
Selbstrepräsentation (Jun Yang, Korpys/Löffler, Locher, Heuck), gehen auf Spurensuche in Deutschland (Haberkorn/Johne, Hiller, Wüst, Grisey), reflektieren multiple Identität, indem sie Selbstbilder migrantischer Jugendlicher aufgreifen (Bock, Maza) oder Rollenspiele imaginieren (Entekhabi, Elsner, rent a german), und analysieren die Rolle der Medien bei der Konstruktion von Fremd- und Selbstbildern (Bauer, Farocki, Jun Yang).

Zur Ausstellung liegen ein Katalog (114 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, ISBN: 3-938515-05-8) und eine Broschüre vor.

Veranstaltungen:

Rahmenveranstaltungen in der NGBK, jeweils 19.00 Uhr
2. November: “Wem gehört Che Guevara? Der Nazis neue Kleider”, Präsentation von Ulli Jentsch/APABIZ (Berlin)
9. November: “Black Deutschland”, Filmpräsentation mit dem Regisseur Oliver Hardt (Frankfurt)
16. November: “Die kolonialen Muster des deutschen Integrationsregimes”, Vortrag von Kien Nghi Ha und Markus Schmitz (Berlin)
23. November: “Zuhause. Erzählungen von deutschen Koreanerinnen”, Buchpräsentation und Diskussion mit der Herausgeberin Sun-ju Choi (Berlin), u.a.

Film- und Videoprogramm im Projektraum 1 des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
tägliche Vorstellungen um 15 und 17 Uhr
RegisseurInnen
Thomas Arslan, Hatice Ayten, Aysun Bademsoy, Peter Braatz alias Harry Rag, Marie Ulrike Callenius, Neco Celic, Yola L. Grimm, Dirk Hilbert, Nicolas Jacob, Heike Tamara Ludwig, Min-Lay Nahrstedt, Eren Önsöz, Pavel Schnabel, Shelly Silver, Andreas Voigt, Christoph Wermke, Michael Würfel, Manuel Zimmer

In Kooperation mit