Self Made Urbanism Rome

Informal Common Grounds of a Metropolitan Area

14. September–3. November 2013
Eröffnung: 13. September 2013

Ausstellung
Publikation

Ort(e): nGbK, Oranienstraße 25

www.smur.eu

Künstler_innen

Sabine Bitter / Helmut Weber, Raphaël Cuomo / Maria Iorio, Giuseppe Ferrara, Stefano Montesi, Rena Rädle / Vladan Jeremić, Sandra Schäfer, Klaus Schafler, Alexander Schellow, Joel Sternfeld, Tobias Zielony

Arbeitsgruppe

Jochen Becker, Carlo Cellamare, Christian Hanussek, Antonella Perin, Susanna Perin

Die Ausstellung Self Made Urbanism Rome erkundet die Via Casilina, eine Ausfallstraße Roms in Richtung Südosten vom zentralen Porta Maggiore bis an die Stadtgrenze und darüber hinaus. Diese Gegend faszinierte die Künstler der Romantik, die in der vorstädtischen Landschaft ein Gegenstück zu den historischen und kulturellen Verdichtungen mit antiken Tempeln und innerstädtischen Palazzi fanden. Die Künstler_innen des S.M.U.R.-Projektes bewegen sich auf diesem historischen Terrain mit zeitgenössischen Mitteln und schreiben dabei auf neue Weise Kunstgeschichte fort. Im Austausch mit Wissenschaftler_innen und Stadtaktivist_innen erkunden sie die selbstgebaute und -organisierte Stadt die sich hier in den letzten hundert Jahren ausgebreitet hat.

Das ungeplante Wachstum der Stadt Rom und die vielfältigen Formen der Informalität sind Ausdruck ihrer Besonderheit und des urbanen Eigensinns. Etwa ein Drittel der bebauten Fläche in der italienischen Hauptstadt wurde von und mit ihren künftigen Bewohner_innen informell bebaut, ohne Genehmigung und ohne Anbindung an die städtische Infrastruktur. Das Phänomen hat eine lange Geschichte und unterschiedlichste Ausprägungen, von selbstgebauten Notunterkünften und Roma-Siedlungen bis zu großen Spekulationsprojekten. Die komplexe Geschichte und Ausprägung der von keinem Masterplan strukturierten Stadtlandschaft steht beispielhaft für die Entwicklung von Metropolen im beginnenden 21. Jahrhundert.
In Italien ist die gelebte Praxis der Selbstorganisation auch von zentraler Bedeutung bei den aktuellen Diskussionen und Kämpfen um die beni comuni, das Gemeingut.

Nach langen Erfahrungen des Missbrauchs an den „commons“ müssen diese vor dem Zugriff des Staates wie auch vor privaten Übergriffen geschützt und dazu robuste Modelle der Selbstorganisation entwickelt werden. Zahlreiche, erst in jüngster Zeit besetzte Kulturstätten wie das römischen Teatro Valle Occupato oder Cinema America zeugen von einer breiten Bewegung, welche Veränderungen herbeisehnt. Self Made Urbanism Rome eröffnet einen historischen Rahmen unterschiedlicher Erfahrungen von selbstorganisierter Stadt – und nicht nur vereinzelter Gebäude – und präsentiert dabei auch neue Ausblicke auf eine künftige Organisation des Öffentlichen und der Gemeingüter.

Die Ausstellung wird begleitet von einer Broschüre (Dt/ENGL).

In Kooperation mit metroZones und SMUR research

Pressestimmen

der Freitag, 19.09.2013 (Peter Nowak)
“Von Rom sind den meisten nur die Tourismusattraktionen bekannt. Einen völlig anderen Blick auf die italienische Hauptstadt liefert die Ausstellung Self Made Urbanismus in der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (ngbk). […] Ein informativer Katalog über die Verknüpfung von römischen Stadtteilkämpfen mit progressiver Filmkunst kann bei der Ausstellung erworben werden. Eine Stärke der Ausstellung ist der kritische Blick auf die unterschiedlichen Formen der Selbstorganisation in den Stadtteilen.”

Veranstaltungen:

Freitag 13 September 2013, 19 Uhr,
Eröffnung

Samstag 14 September 2013, 15 Uhr,
Führung
Meet the Artists

Sonntag 15 September 2013, 19 Uhr,
Künstler_innengespräch

Roma International
mit Nihad Nino Pušija und Stefano Montesi

Montag 16 September 2013, 20.30 Uhr,
Künstler_innengespräch
Gemeinschaftsraum Baugruppe R50, Ritterstr. 50, 10969 Berlin

Common Grounds – New Publics

mit Carlo Cellamare, Francesco Macarone Palmieri, u. a.

Mittwoch 18 September 2013, 18 Uhr,
Künstler_innengespräch

Grand Tour – rivisitato

mit Sandra Schäfer, Alexander Schellow, Tobias Zielony

im Rahmen der Berlin Art Week

Mittwoch 09 Oktober 2013, 20 Uhr,
Künstler_innengespräch

Pasolini & Late Modernism

mit Maria Iorio, Raphaël Cuomo, Tobias Hering

Samstag 19 Oktober 2013, 20 Uhr,
Gesprächsrunde

Pasolini & Autogestione

mit Klaus Ronneberger, Helmut Weber

Unterstützt von

In Kooperation mit