claim – redoing archive. Paula-Marie Kanefendt

Vermittlungsstipendium, 2019

1. Januar–31. Dezember 2019

Kunstvermittlung
Stipendium
Veranstaltungsreihe

Ort(e):
nGbK, Oranienstraße 25, 10999 Berlin

Stipendiat_innen

Paula-Marie Kanefendt

Das Vermittlungsprojekt 2019 widmet sich der Institution nGbK und ihrer Geschichte. Die Stipendiatin Paula-Marie Kanefendt wird Erinnerungen und Dokumente im nGbK-Archiv mit performativen Strategien experimentell erschließen. In Archiv-Workshops sind Interessierte eingeladen, Formate zu erproben, die später auch in den Ausstellungsraum intervenieren. Geschichte und Geschichten der nGbK geben die Impulse, um in der Gegenwart gemeinsam utopische Zukünfte im Sinne neuer Gesellschaft(en) zu denken. Die Erfahrungen, Haltungen und Perspektiven der Teilnehmer_innen werden so zum Teil eines lebendigen Archivs.

Termine

Samstag, 30. März 2019, 16 Uhr
Teil 1 - Ortsbesuch
Sonntag, 31. März 2019, 16 Uhr
Teil 2 - Gespräch
nGbK, Oranienstraße 25, 10999 Berlin
Paula-Marie Kanefendt und Sven Bergelt: comment . comment . comment: A re-visit of Group Material – Democracy Poll/Demokratische Erhebung, 1990
Das Künstler_innen-Kollektiv Group Material kam 1990 nach Berlin – in der Zeit zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung. Auf Einladung des RealismusStudios der nGbK entwickelten sie eine Intervention im öffentlichen Raum, die unter anderem am ›Kranzler-Eck‹ in West-Berlin prominent positioniert stattfand. In der Pressemitteilung dieses Kunstprojekts »Democracy Poll/Demokratische Erhebung« heißt es: »Group Material will mit den Statements die Diskussion über Intoleranz, Ausländerfeindlichkeit, Chauvinismus und antidemokratische Tendenzen mit künstlerischen Mitteln anregen«.
Paula-Marie Kanefendt und Sven Bergelt laden dazu ein, Spuren der Aktion von Group Material bei einem Ortsbesuch am Joachimsthaler Platz und während eines Talks in der nGbK erneut zu begegnen und gemeinsam über die gegenwärtige Relevanz der damals behandelten Themen zu sprechen.

Paula-Marie Kanefendt ist nGbK-Stipendiatin für künstlerische Kunstvermittlung 2019. Sven Bergelt ist Künstler und Kurator aus Leipzig.

>>Vermittlungsangebot zum Projekt »50 Jahre neue Gesellschaft«
Archiv-Begegnung neue Gesellschaft feat. claim – redoing archive:

Mittwoch, 26. Juni 2019, 18 Uhr
SOLIDARISIEREN
Mittwoch, 10. Juli 2019, 18 Uhr
FORSCHEN
(Termine BEGEHREN und ARBEITEN: abgesagt)
50 Jahre nGbK lässt sich nicht in nur einer Geschichte erzählen – von dieser Erkenntnis ist die Jubiläumsausstellung geprägt. Auch die Vermittlung widmet sich der Frage, wie das Wissen der nGbK im Sinne eines vielstimmigen Zugriffs in der Gegenwart aktiviert werden kann. Wie kann das institutionelle und aktivistische, gesellschaftskritische und politisch-utopische Wissen aus 50 Jahren Basisdemokratie in ganz persönlichen Begegnungen vergegenwärtigt und verkörpert werden, um nicht nur eine sondern zahlreiche Geschichten zu erzählen und weiter zu spinnen? Wie kann eine Vermittlung aussehen, die sich auf Vergangenes, also auf Archivmaterial bezieht?

Im Anschluss an die vier Symposien – die Lernorte SOLIDARISIEREN, FORSCHEN, ARBEITEN und BEGEHREN – lädt »claim – redoing archive« alle Interessierten ein, Archivmaterial der nGbK zu erschließen. Jeweils mittwochs nach den Symposien besteht die Gelegenheit, genauer in ausgewählte Dokumente wie beispielsweise Katalogtexte, Vereinsprotokolle oder Fotografien zu schauen und diese Archivmaterialien performativ in Form experimenteller szenischer Lesungen zu aktivieren und anschließend zu diskutieren. Dabei werden die jeweiligen Themen der Symposien im Vordergrund stehen. Möglicherweise liegen in diesen Begegnungen von archiviertem Wissen der nGbK und dem lebendigem Wissen der Teilnehmer_innen Impulse und Potentiale für Gegenwart oder Zukunft. Wie überhaupt können sich vergegenwärtigende Zugriffe auf archivalische Dokumente ereignen? Welche Einblicke lassen sich gewinnen? Wo bleiben Fragen und Lücken? Wie können die Fragmente der Vergangenheit verknüpft und in die Gegenwart geholt werden? Welche Rolle können dabei die individuellen Perspektiven der heute auf das Archivmaterial schauenden eigenen Geschichten spielen? Und was lässt sich an eigenem, lebendigem Wissen dem Archiv hinzufügen?

>>Im Rahmen des »Spielclub Oranienstraße 25«

Dienstag, 26. November 2019, 18 Uhr
Claudia Hummel und Paula-Marie Kanefendt: Kunst+Unterricht lesen
Lesung und Gespräch
Im Jahr 1981 erschien in der kunstpädagogischen Zeitschrift »Kunst+Unterricht« ein Artikel über das vom »Modellversuch Künstlerweiterbildung« (heute: Institut für Kunst im Kontext) initiierte »Bauvorhaben Mitmachstadt«. Heute sind derartige inhaltliche Überschneidungen der Arbeit von Kunst im Kontext oder der nGbK mit diesem zentralen kunstpädagogischen Medium »Kunst+Unterricht« überwiegend vergessen. Sie alle beschäftigten sich in den 1970er-Jahren mit Konzepten und Experimenten im Feld einer links-utopischen und an Strategien zeitgenössischer Kunst ausgerichteten Vermittlung. Im Rahmen des Projektes »Spielclub Oranienstraße 25« lesen Claudia Hummel und Paula-Marie Kanefendt aus »Kunst+Unterricht« und laden zu einem Gespräch über diese fast vergessenen Dokumente ein.

Dienstag, 10. Dezember 2019, 18:00 (DE)
»Rethinking Vermittlung – Vergangenheit / Gegenwarten / Zukünfte« mit Paula-Marie Kanefendt
Workshop

Der Workshop richtet sich an Personen, die in der Vermittlung arbeiten.
Seit ihrer Gründung besteht in der nGbK großes Interesse und Engagement, Fragen der Vermittlung in theoretischen Auseinandersetzungen und praktisch-experimentellen Erprobungen intensiv nachzugehen. So finden sich im Archiv der nGbK zahlreiche für ihre Zeit neuartige und ambitionierte Ansätze und Konzepte von dezidiert politisch-gesellschaftsverändernden sowie an zeitgenössischer Kunst orientierten Vermittlungen – der »Spielklub« stellt davon ein eindrucksvolles Beispiel dar. Weiterhin haben sich in den Dokumenten intensive Diskussionen und teils sehr kontroverse Auseinandersetzungen rund um die Positionierungen von Vermittlung in Bezug zu kuratorischem und künstlerischem Arbeiten in der nGbK eingeschrieben. In diesem geschlossenen Workshop wird ein Raum eröffnet, um über Vergangenheit, Gegenwarten und Zukünfte von Vermittlung zu sprechen. Dabei dienen ausgewählte Dokumente aus dem nGbK-Archiv als Anlass und Impuls.